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Kriegsgefangenenlager AK 5390 Sandhorst

Gaststätte Sandhorster Krug

Kriegsgefangenenlager AK 5390 Sandhorst

Gaststätte Sandhorster Krug

In Sandhorst befand sich ab 1941 an der Bundesstraße von Aurich nach Wittmund an der Kreuzung
nach Tannenhausen in einem Steingebäude, dem „Sandhorster Krug“ von Gastwirt Rademacher, das
Kriegsgefangenenlager AK Nr. 5390.
In dem Lager waren in der Regel ca. 25 bis 28 Serben untergebracht. Im Dezember 1942 waren es 26
und 1943 sogar etwa 50 serbische Gefangene und im August 1944 nur wieder 26. Die Unterkunft war
zusätzlich mit Stacheldraht gesichert. (1)
Die Gefangenen mussten in der Landwirtschaft in und um Sandhorst und in Tannenhausen arbeiten.
Sie wurden zuerst in Begleitung von Soldaten zu den Arbeitsstellen gebracht, später durch die
Landbevölkerung abgeholt und in den letzten beiden Jahren ihrer Gefangenschaft konnten die Serben

ohne Begleitung zu ihrer Arbeitsstelle hin- und zurückgehen.

Die Arbeitsstellen in Sandhorst und Tannenhausen waren zu Fuß gut zu erreichen.

Die Arbeit erfolgte unbewacht zu 90 % in der Landwirtschaft. Arbeiten bei dörflichen oder städtischen
Handwerkern waren die Ausnahme. Sie bekamen dafür Lohn in Form von Lagergeld ausgezahlt.
Die Bewachung erfolgte durch das Landesschützen-Bataillon 679, das die beiden Wachleute
Friedrich Bünting und Schillmüller (2) eingesetzt hatte. Beide stammten aus Tannenhausen.
Die Räumlichkeiten wurden gegen Ende des Krieges auch als Lazarett für russische
Kriegsgefangene genutzt,  aus dieser Zeit stammt auch die landläufige Bezeichnung „Russenlager“.
Bei Kriegsende wurde das Kommando aufgelöst.

 

1. StAA, Rep. 230, Nr. 90

2. ITS 001 DocID 82393489