Nach Auskunft des damaligen Bürgermeisters Albert Kroon von 1949 wurde das Lager in Bagband nach den Franzosen nach 8 Wochen von Russen belegt, die anschließend auf verschiedenen Bauernhöfen untergebracht wurden1. Nach seiner Ortschronik erwähnt er zusätzlich polnische und russische Zwangsarbeiter, die ab 1940 nach Bagband kamen 2. Allerdings ist zu bedenken, dass der Angriff auf die Sowjetunion erst am 22.06.1941 erfolgte.
Kriegsgefangene Zwangsarbeiter verloren den Schutz der Genfer Konvention, die eine menschliche Behandlung der Kriegsgefangenen vorsieht, den brieflichen Kontakt zu Angehörigen und den ungehinderten Zugang des Roten Kreuzes. Sie wurde allerdings aus rassistischen Gründen ohnehin nicht für Osteuropäer angewandt.
Für den Umgang mit Zwangsarbeitern galten strenge Regeln. Je nach Herkunft oder Nationalität waren Diskriminierung und Rassismus an der Tagesordnung. So war z.B. vorgegeben, dass die Fremden nicht mit den Bauernfamilien zusammen essen durften. Besonders die Osteuropäer galten als minderwertig.
Bei geringsten Verstößen gegen Regeln drohten harte Strafen, bis hin zur Inhaftierung oder Deportation. Zwangsarbeiter durften sich oft nur innerhalb eines bestimmten Radius bewegen und hatten nur eingeschränkten Zugang zu öffentlichen Einrichtungen. Private Kontakte waren ohnehin verboten.
Zu den Kriegsgefangenen, die in Bagband bis Kriegsende Zwangsarbeit leisten mussten, gehörten auch Polen, beispielsweise der 1915 geborene Wladislaus Gorski (bei Dieke Janssen), der 1917 geborene Albin Majewski (bei Joh. R. Bartels) sowie Richard (Ryszard) Przybyszewski (bei Soeke Harms) 3.
aufgerufen am 02.12.2025, 16.55 Uhr
3. Mannschaftsstammlager XC Nienburg, Lager Ostfriesland 003. Kreis Aurich AK und Arbeitslager Bagband 1065, Arbeitsamt Emden Listen, Museum Nienburg.
| Dateiname | Typ | Dateigröße | Download |
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| Arolsen Archives 001 DocID 82393469 | jpeg | 0,14 MB |
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